Am Wochenende habe ich auf Empfehlung eines Freundes eine echte kleine Entdeckung in Berlin gemacht. Denn obwohl es direkt vor der Tür ist, ist mir der Temporary Shop im "Club der polnischen Versager" in der Ackerstraße in Mitte nicht aufgefallen. Für zwei Monate haben Berliner nun die Möglichkeit in dem Pop-up Café der Coffee Academy Kaffee aus Äthiopien zu trinken, zu kosten und zu kaufen. Gleichzeitig werden Workshops veranstaltet, um alles über den Anbau, das Rösten, den optimalen Filterkaffee oder Latte Art zu lernen - und direkt auszuprobieren.
Jeder Kaffeeliebhaber sollte sich unbedingt etwas Zeit mitnehmen, denn man wird auch bei einem kurzen Kaffeebesuch ausführlich beraten und aufgeklärt. So habe ich beispielsweise eine Menge über "Filterkaffee" erfahren, der seit Jahren von meiner Getränkeliste gestrichen ist, aktuell aber in meinem Freundskreis eine regelrechte Renaissance erfährt. Die Kaffeebohnen werden zu 100% aus Arabica-Bohnen hergestellt und kommen direkt aus Äthiopien und die Röstung der Bohnen findet in Hamburg statt. Der Unterschied von einer Filterbohne zu einer Espressobohne ist der, dass Filterbohnen länger und schonender geröstet werden und sich so (laut unserem netten Berater) durch die milde Röstung die Geschmacksvielfalt der Bohnen beibehalten werden. Übrigens sind dadurch die Bohnen auch wesentlich heller als die mir wesentlich besser bekannten Espressobohnen.
Nachdem wir mit der Nase einen ersten Eindruck bekommen hatten, wurden uns unsere zwei Kaffeesorten gemahlen und aufgegossen. Und selbst dabei (ich bin noch bestens bekannt mit der guten alten Filterkaffeemaschiene) kann man so einiges falsch machen! Grundsätzlich sollte man vorher immer den Filter nass machen und kurz ziehen lassen. Das hat den Grund, dass sonst Aromen verloren gehen, bzw, durch den Eigengeschmack des Papiers verändert werdeb. Anschließend sollte man das nicht kochende Wasser - es sollte so zwischen 88 und 94 Grad liegen) langsam und gleichmäßig aufgießen, dass der Filter immer halb gefüllt ist. Im Grunde hatte das Ganze ein wenig was von einer Tee-Zeremonie - nur halt mit Kaffeegeschmack am Ende.
Ich bin eigentlich eher so die typische Latte-Machiato-Trinkerin, die jeden aufgeschäumten Latte als kleine Belohnung für das Dasein ansieht. Trotzdem habe ich todesmutig den Kaffee pur und ohne Zucker getrunken und sehr gestaunt, wie mild er vom Geschmack her war. Sicherlich für die hart gesottenen Kaffetrinker unter Euch auch erst mal ungewohnt - aber aus Sicht vieler Kaffeeliebhaber wohl der einzige Weg zum guten Kaffee zurück.
Übrigens, von jeder verkauften Tasse Kaffee bekommt man eine Glasmurmel (Wert 10 Cent) und kann diese für eins der drei sozialen Projekten in Athiopien spenden. Da lohnt sich doch wirklich jede Tasse Kaffee umso mehr oder?
Coffee Academy / Pop-Up Café
3. August bis 23. September 2012
Dienstag - Freitag: 8.30 - 18.30 Uhr und Samstag - Sonntag: 10.00 - 18.30 Uhr
Ackerstraße 169 - 170, 10115 Berlin Mitte





